Projektinformationen
Das zum 1. Januar 2004 in Kraft getretene Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) sieht die bundesweite Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) vor - das derzeit größte technische Infrastrukturprojekt in Deutschland. Bevor die neue Gesundheitskarte bundesweit eingeführt werden kann, wird sie in sieben Regionen Deutschlands getestet.
In der Region Flensburg wurde ein schleswig-holsteinisches Modell der elektronischen Gesundheitskarte bereits praxisnah getestet. Die "Elektronische Gesundheitskarte Schleswig-Holstein (eGK-SH)" wurde schon 2001 im Rahmen der Gesundheitsinitiative Schleswig-Holstein von einer Projektgruppe entwickelt, die das Gesundheitsministerium in Schleswig-Holstein moderiert hat. In Flensburg waren bislang über 1.200 elektronische Gesundheitskarten im Einsatz.

Wegen der hier bereits gewonnenen praktischen und technischen Erfahrungen wurde die Region Flensburg vom Bundesgesundheitsministerium als eine von bundesweit sieben Testregionen ausgewählt. Die Testregionen haben gemeinsam mit der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) ein Gesamtkonzept erarbeitet, auf dessen Basis die Tests durchgeführt werden können.
Karten
Die Vorbereitungen für die erste Testphase wurden im Dezember 2006 abgeschlossen, so dass schon am 11.12.2006 die bundesweit ersten neuen Gesundheitskarten in Flensburg ausgegeben werden konnten.

Damit haben die rund 10.000 Versicherten, ausgewählten Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser die Möglichkeit, die eGK im Echtbetrieb auf "Herz und Nieren" zu testen.

---------------------------------------------------------------------------------

Mit dem Zwischenbericht Feldtest Release 1 (R 1) zieht die Testregion eine erste Bilanz aus den seit Mitte 2007 laufenden Feldtests R 1.

Die Feldtests dienen dem Nachweis der Einsetzbarkeit des Systems und der Erfassungdes Einflusses auf bestehende Anwendungsprozesse.

Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass die Feldtests R1 einerseits die Tauglichkeit gewisser Anwendungen nachweisen konnten und andererseits bei einigen Themen ein erhebliches Verbesserungspotential aufgezeigt haben. Die Tests haben damit ein wesentliches Ziel erfüllt. Es ist bestätigt worden, dass auch für die nächsten Schritte der Einführung der eGK Tests unabdingbar sind. Mehr noch: Die Erfahrungen des Feldtests R1 müssen dazu dienen, künftige Teststufen zu verbessern, d.h. effizienter, aussagekräftiger und anwenderfreundlicher zu gestalten. Dazu bedarf es einer neuen Ausgestaltung der Tests nach RVO5. Die Ergebnisse des Feldtests R1 legen dazu die Basis.

Die Tests der einzelnen Anwendungen führten zu unterschiedlichen Ergebnissen:

1. Die Übernahme der Versichertenstammdaten (VSDM offline) aus der eGK kann mühelos in den von der KVK bekannten Anwendungsprozess integriert werden. Dementsprechend ist die Akzeptanz bei den Anwendern grundsätzlich gegeben. Die Anwendung VSDM offline wurde erfolgreich getestet.

2. Bei der elektronischen Verordnung (VODM offline) und den Notfalldaten (NFDM) handelt es sich um neue Anwendungsprozesse, die bei den Leistungserbringern etabliert werden mussten. Die Tests brachten positive Erkenntnisse, zeigten aber auch Verbesserungsbedarf. Die hieraus resultierenden Maßnahmen fließen in die weiteren Tests ein.

Der Zwischenbericht der Testregion Flensburg kann hier heruntergeladen werden.